Tiroler-Vorarlberger Bienenzeitung, Feber 1932



Der B.=Zw.=V. Feldkirch lud am Dreikönigstag, den 06. Jänner 1932 im Gasthaus „zum Schäfle“ zu der 63. Jahreshauptversammlung die Mitglieder ein, um über die Tätigkeit im verflossenen Jahre Bericht zu erstatten und die Mitglieder über das Wissenswerte zu unterrichten.
Zugleich galt es auch , den Ausschuß neu zu bestellen. Zahlreich ist der Einladung Folge geleistet worden. Auch aus dem benachbarten Liechtenstein, das in den Vereinsbezirk einbezogen ist, kamen Vertreter zu der Jahresschau.
Der Stand der Mitglieder beträgt 124, davon 49 aus Liechtenstein, die zusammen 526 Bienenvölker betreuen.
Herr Verbandsobmann Franz Fussenegger aus Dornbirn hielt eine ausführliche Rundschau über die Tätigkeit des Verbandes, wobei er auch dankend der Unterstützung durch die Vorarlberger Bauernkammer gedachte und verband damit manch nützliche Winke für einen erfolgreichen Betrieb der Bienen-zucht.
Der bisherige Obmann des B.=Zw.=B. Feldkirch, Herr Lehrer Karl Zerlauth, der dieses Amt 16 Jahre inne hatte, und der gleichfalls einen belehrenden Vortrag hielt, ist wegen Arbeitsüberbürdung zurückgetreten. Er wurde als Anerkennung für die geleisteten Dienste zum Ehrenobmann ernannt.
An seine Stelle wählte die Versammlung Herrn Hans Lang aus Altenstadt zum Obmann.
Die übrigen Stellen im Ausschuß ergaben keine wesentlichen Aenderungen; dagegen wurde die Ortsvertretung etwas ausgebaut und für die Ortschaft ein Vertreter gewählt, um so mehr Verbindung im Vereine herzustellen.
Desgleichen wurde ein Seuchen- und Königinzucht-Ausschuß bestellt, zwei Fachgruppen, die den Mitgliedern wertvolle Dienste leisten sollen.
Das letzte Jahr war für die Bienenzucht ungünstig. Durchschnittlich geringe Ernte und dabei noch an zwei Orten durch Verkältung der Brut das Auftreten der Faulbrut. Durch fachmännisches Eingreifen konnte eine Weiterverbreitung derselben vermieden werden.
Auch auf andere Weise waren Verluste an Völker zu beklagen.
Es konnte auch Erfreuliches mitgeteilt werden. So stellte die Stadtgemeinde Feldkirch unentgeltlich einen Platz für einen Pflanzgarten zur Verfügung, wo-für derselben der Dank ausgesprochen wurde.
Es heißt auch bei den Bienenzüchtern „net lugg lo“ und so hoffen sie, daß das heurige Jahr ihnen das Bringt, was das letzte Jahr und die vorhergehenden Jahre nicht gehalten haben: eine gute Honigernte.

(Jos. Ehrne)